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wer bin ich….. ferry

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wer bin ich…. ferry 

ich wurde in berlin geboren und mit meinem vornamen jean-ferry gab es wohl nur einen weg, also begann ich meinen künstlerischen werdegang im alter von sechs jahren auf der bühne. ein paar jahre und zig auftritte später kaufte ich mir meine erste spiegel-reflexkamera und stand zeitgleich mitten in der ausbildung zum artisten an der staatlichen ballettschule und schule für artistik in berlin. bis heute bin ich als artist und clown bei internationalen theater- und eventproduktionen gebucht und kam nach einer fotografischen pause vor 15 jahren über die malerei wieder zur fotografie. seitdem habe ich mich auf die portraitfotografie und entwicklung der unterschiedlichsten bildkonzepte spezialisiert. meine bilderserien und portraits entstehen nicht zufällig, sind detailliert geplant, mit klaren kompositionen oder skurrilen inszenierungen. ein wesentlicher bestandteil meiner arbeit ist die komunikation mit der zu portraitierenden persönlichkeit und die konzentration auf den jeweiligen charackter und einsatzzweck.

Behind the mask - Work in progress

Als Fotograf, Clown und Artist war ich jeher von Clowns beeindruckt, von ihrer Präsenz und ihrer Fähigkeit Menschen in eine andere Welt zu entführen, zu begeistern und zum Lachen zu bringen. Hinter diesen faszinierenden Bühnenpersönlichkeiten steckt auch ein privater Mensch ohne Maske und Kostüm, ohne Bühne oder Manege. In meiner Serie „clowns - behind the mask“ zeige ich Clowns nicht nur in ihrer Clownsfigur, sondern auch erstmalig von ihrer unbekannten, intimen und privaten Seite. Mich interessiert das nicht Offensichtliche, der ungeschminkte Moment und doch verschimmt bei der Gegenüberstellung die Grenze der Maske. Viele Portraits dieser Serie sind hierfür besondere Beispiele und für mich als Mensch und Fotograf besonders ergreifend und prägend. So war zum Beispiel auch der ursprüngliche Gedanke, begleitend zur Portraitserie jeweils ein Interview mit den Clowns über Ihr Bühnenleben zu führen, diesen Plan habe ich nach dem Shooting mit Michael Clifton aufgegeben und möchte die Betrachter in meine Erlebnisse mit den Clowns mittnehmen. 2015 fotografierte ich den amerikanischen Clown, Musiker und Entertainer Michael Clifton genau an jenem Tag, als er Stunden zuvor von seiner Krebsdiagnose erfuhr, mit der Information nur noch sechs Monate zu leben. Darf ich dieses Shooting machen, ist das richtig? Ist mein Projekt so wichtig? Ich hatte so viele Fragen und machte mir viele Gedanken, ob ich das geplante Shooting absagen sollte. Ich tat dies nicht und erlebte so einen der faszinierendsten Persönlichkeiten voller Energie, Melancholie und der Kunst mich in diesem besonderen und surrealen Moment zum Lachen zu bringen. Michael verstarb ein halbes Jahr später.

Ein Jahr später fotografierte ich den russischen Clown Oleg Popov in St. Petersburg und war so der erste Fotograf, der ihn bei seiner Verwandlung zum Clown fotografisch begleiten durfte. Ich begegnete Oleg das erste mal am Tag vor dem Shooting und wollte Ihn ursprünglich vor einer super schönen alten Strauchwand vor dem Circusgebäude fotografieren. Ich wollte etwas Warmes, Lebendiges und Umhüllendes für Ihn und sein Gesicht, das so viele Geschichten erzählt und bin einen halben Tag durch St. Petersburg und um den Circusbau gelaufen um den passenden Hintergrund für den berühmtesten Clown der Welt zu finden. Als ich schließlich Oleg und seiner Frau dann von der Idee mit der Strauchwand erzählte, kam der erste kurze Schockmoment, Oleg kann nicht vor den Circusbau gehen. Innerhalb kürzester Zeit wäre er von Fans umringt, unmöglich. OK…dachte ich , kein Problem… keine Strauchwand, wir machen es im Circusbau, hier gab es eine tolle farbige Wand, die etwas Warmes hatte. Stop, Oleg kann auch nicht vor die Garderobe gehen…. der gerade verflogene kurze Schockmoment war wieder da….. Ich schaute mich in der kahlen weissen Garderobe um und sagte ok…. wir shooten hier und erlebte so am nächsten Tag einen 86-jährigen Mann, der gerade noch auf dem Markt Stoff für ein neues Kostüm gekauft hat voller Konzentration, Zurückhaltung, Interresse, Nachdenklichkeit und Ruhe. Das eigentliche Shooting verlief dann fast wortlos, voller Intimität.